Windkraft kontra Wald
-> Windkraft kontra Naturschutz (Artikel)
2026
Was ist Wald?
Ein Wald ist ein großes, mit vielen Bäumen bewachsenes Gebiet. Er hat ein eigenes, kühleres und feuchteres Klima als das offene Land. Nach dem deutschen Bundeswaldgesetz gilt jede mit Forstpflanzen bewachsene Fläche samt Waldwegen und Lichtungen als Wald.
Wir sind in Sorge um ein lebenswichtiges Gut – den Wald.
Grundsätzlich lehnen wir Windkraftanlagen (WKA) in Wälder ab!
Wo noch vor Jahren teilweise Abstände von 200 m für WKA galten, wird heute in hochwertige und schützenswerte Wälder gebaut und geplant. Schon 2015 wurde von der Deutschen Wildtierstiftung eine EMNID-Umfrage zum Thema durchgeführt. Das Ergebnis: es widersprechen 79 % der Deutschen einer Industrialisierung der Wälder. In Brandenburg sammelte ein Volksbegehren bei den Meldeämtern 45.000 Unterschriften gegen WKA im Wald. Diese Position wird vom Wissen um die Lebenswichtigkeit der Wälder überhaupt und im Hinblick auf notwendige Klimaanpassungen geprägt. EU-Verordnung Waldschutz ->Link

Die Zerstörung der Grundsicherungsfunktionen der Wälder
- Speicherung von Kohlenstoff/CO2 sowohl von den Bäumen selbst als auch durch Waldhumusboden. Das Speichervolumen nimmt mit dem Alter der Bäume zu.
- geschlossene Waldgebiete sind Kühlzonen und somit klimarelevante Frischluftentstehungsgebiet – lebenswichtig für die Städte
- Sauerstofflieferant, Waldinnenklima sorgt für gleichmäßigere Luftfeuchtigkeit und Kühlung
- Grundwasserneubildung - Wasserspeicher/-Trinkwasserreservoir
- Erholungsraum – wichtig sowohl für Anwohner als auch für die Stadtbevölkerung, unverzichtbar für die Gesundheit der Einwohner von Ballungsgebieten
- Filter für Schadstoffe - Lärm ist als Schadstoff anerkannt, darum ist Wald als Pufferzone zu Verkehrslärm wichtig,
- Feinstaubfilter, wichtig für die menschliche Gesundheit
- Ausbremsen von Luftströmen gibt Ortschaften Schutz vor Wind und Sturm,
- Hochwasserschutz – Auen und Mischwälder entwickeln Schwammfunktion
- Holz als Energieträger sowie Bau-und Rohstofflieferant
- Lebensraum für Wildtiere am Boden und in der Luft
- Ort für Artenschutz für Flora, Fauna und Biodiversität
Wald (b.Calau) wird zum Industriewald
Auswirkung der Windkraftanlagen in Wälder
- Ein Wald ist ein komplexes Ökosystem, das von Bäumen geprägt wird. Er muss eine Mindestgröße aufweisen und eine solche Baumdichte besitzen, dass sich ein eigenes Waldinnenklima entwickeln kann. Wald verliert seine Funktionen und wird zum Industriewald
- Flächenverbrauch: Zuwegungen und Stellfläche, bis zu 1,5 ha pro WKA, führen zu höherer Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Allein die überstrichene Fläche durch Rotorblätter beträgt bei modernen Anlagen 1,7-2 ha. Die dauerhaft in Anspruch genommene Fläche pro WKA beträgt jedoch mindestens ca. 50 Hektar (400 m Meidungsverhalten von Fledermäusen ->Link, Einfluss Mikroklima)
- Temperaturerhöhung um bis zu 6 °C an WKA-Standorten sind nachweisbar
- Die Schädigungen durch Bodenerosion liegt im Wald bei ca. 4,3 ha/MW ->Link
- Kontamination durch Rotorblattabrieb mit PFAS und CFK/GFK.
Fiese Fasern, also Carbon-Fasern werden im Brandfall zum echten Problem. ->Link Im Brandfall bilden sich ab 650 C° kleine lange Fasern die lungengängig sind, was zum Gesundheitsproblem wird.
- Entwertung der Waldböden, sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und entziehen der Atmosphäre große Mengen des hochwirksamen Treibhausgases Methan.
- Austritt von Öl im Havariefall.

In einer Studie wurden satellitengestützte Beobachtungen aus mehreren Quellen integriert, um Windfelder in Wäldern zu identifizieren und damit verbundene Waldstörungen und Bodenerosionsänderungen zu kartieren. Durch den Bau von Windkraftanlagen und deren Zuwegungen wird eine durchschnittliche Zunahme der Bodenerosion zwischen 26,52 und 263,46 t/hm −1 a −1(Tonnen pro Hektar und Jahr
) verursacht. In Bergwälder gibt es eine stärkere Erosion als in Flachwälder. Die durchschnittliche Waldschädigungsintensität durch Windparks liegt bei 4,3 ha/MW. ->Link

Windturbinen incl. Luftverwirbelungen und Zufahrtswege verringern das Wachstum.
Besonders in Wäldern ist die CO2-Konzentration in Bodennähe (0–5 m) nachts und bei schwachem Wind meist deutlich höher als in 100 m Höhe
Warum?:
1. **Bodenatmung (Respiration)**
Bodenmikroorganismen, Wurzeln und absterbende Pflanzenreste atmen rund um die Uhr CO₂ aus. In Wäldern ist die biologische Aktivität im Boden besonders hoch → sehr viel CO₂ wird direkt am Boden freigesetzt.
2. **Photosynthese nur tagsüber**
Tagsüber nehmen die Bäume und Pflanzen CO2 auf, deshalb kann die Konzentration in Bodennähe sogar unter die der freien Atmosphäre sinken (oft 350–390 ppm direkt unter dem Blätterdach bei starker Sonneneinstrahlung).
3. **Stabile Schichtung nachts (Inversion)**
Nachts kühlt der Boden stark ab → kalte, dichtere Luft sinkt ab und bleibt in Bodennähe „gefangen“. Dadurch reichert sich das lokal produzierte CO2 an. In 50–200 m Höhe ist die Luft meist schon gut durchmischt und hat die „normale“ Hintergrundkonzentration von aktuell ca. 425 ppm (2025).
4. **Wind und Turbulenz**
Im Waldinneren ist es oft sehr windstill. Ab ca. 50 m über dem Blätterdach (oberhalb des „roughness layer“) nimmt die Turbulenz stark zu → CO2 wird schnell verwirbelt und auf Hintergrundniveau verdünnt.
Tagsüber, wenn die Sonne scheint, beginnen die Bäume mit der Photosynthese. Sie nehmen das in der Luft gelöste CO2 auf, um Zucker zu produzieren.
- Verbrauch des bodennahen CO2: Die hohe CO2-Konzentration, die sich nachts in Bodennähe angesammelt hat (durch Bodenatmung), wird am Morgen als zusätzliche CO2-Quelle von den Blättern (der unteren Baumschichten) und der Bodenvegetation genutzt.
- Beschleunigtes Wachstum: Da die Photosyntheseleistung oft direkt von der verfügbaren CO2-Konzentration abhängt (bis zu einem Sättigungspunkt), kann diese erhöhte Zufuhr tagsüber das Wachstum der Bäume und Pflanzen in der bodennahen Schicht kurzfristig ankurbeln ("CO2-Düngungseffekt").
*** Die CO2-Konzentrationsschwankungen in Bodennähe haben wichtige Auswirkungen auf die Waldbäume, insbesondere auf ihre Photosynthese und ihr Wachstum. ***
Waldbrandgefahr
Brände entstehen oft durch Kurzschlüsse, Überhitzung, Blitzschlag oder Wartungsarbeiten.
- Auf Grund der mangelnden verfügbaren Flächen für den Windkraftausbau und der überzogenen verpflichtenden Flächenziele aus dem Bundesgesetze (Flächenbedarfsgesetz) werden zunehmend Windkraftanlagen in Wälder gebaut.
- Ende 2025 standen in Deutschland 2.653 Windenergieanlagen auf Forstflächen (vorrangig in HS,BB,RLP), das entsprach etwa 12 % der insgesamt installierten Windenergieleistung.
- Gerade bei Waldstandorten entstehen zusätzliche Risiken:
- erschwerte Zugänglichkeit
- Gefahr der Brandausbreitung in den Wald
- Keine direkte Brandbekämpfung in großer Höhe möglich
2025 hat sich die Anzahl der Waldbrände gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.
Die drastische Zunahme der Bodenerosion um 200 % bis über 1000 % nach Baubeginn und steigende Temperaturen machen den Wald anfällig. Diese Hitze führt dazu, dass heiße Luft aufsteigt und dem Wald Wasser entzieht, also zur Austrocknung führt und das Waldbrandrisiko stark erhöht.
Warum ist ein Brand in einer Windkraftanlage besonders schwierig?
Höhe
- Brandherd befindet sich 100 m oder mehr über dem Boden.
- Herkömmliche Brandbekämpfung von außen ist nicht möglich.
- Brennende oder herabfallende Bauteile können den Gefahrenbereich erheblich vergrößern. Die Gefahr für einen Waldbrand durch fliegende brennende Teile und Funkenflug ist enorm groß.
Waldstandort
- Risiko einer Brandausbreitung in die Vegetation und Wald, Durch Trockenheit (teilweise verursacht durch den Windkraftausbau selbst) besteht Gefahr eines Großbrandes.
- Durch anhaltende Trockenperioden und Rekordtemperaturen in Europa stufen Rückversicherer wie die Swiss Re und Munich Re das Umgebungsrisiko neu ein. Ein Gondelbrand (z. B. ausgelöst durch Blitzeinschlag oder technischen Defekt) birgt ein immer höheres Risiko, einen großflächigen Wald- oder Flächenbrand zu entfachen.
Bild: WKA-brennt-Facebook-Süttorf 01.01.2026 https://www.youtube.com/shorts/waqgt_BWK34?feature=share
Ein Blick in die Vernunftkraft-Statistik zeigt eine hohe Brandgefahr durch Windkraftanlagen. ->Link
Leider gibt es keine Meldepflicht zu Havarien an WKA, so dass die Vernunftkraft-Statistik nur eine untere Grenze der Schadensfälle darstellt. Der TÜV-Verband rechnet mit ca. 50 Havarien pro Jahr. ->Link Daraus resultierend sind das schätzungsweise 12-25 Brände pro Jahr.
2026 (Stand 31. Juni) wurden in Deutschland durch Vernunftkraft bereits 6 Brände an WKA registriert und impliziert eine hohe Dunkelziffer.
- einige Quellen unter Berücksichtigung der Dunkelziffer geben eine Rate von bis zu einem Brand pro 1.000 Anlagen an. ->Link (DE=30/Jahr)
Blitzeinschläge werden bei neuen großen Anlagen mind. 10 mal pro Jahr registriert und erhöhen die Brandgefahr. ->Link
Rechnet man die Anzahl der Brände auf die Laufzeit der WKA von 20 Jahren hoch, kommt man auf 250 (Schätzung 500) Brandereignisse während des Lebenszyklus einer WKA.
Der Feuerwehr bleibt auf Grund der Höhe des Brandgeschehens nur die Sicherung der Umgebung und Vermeidung einer weiteren Ausbreitung bzw. Großbrandes. Eine direkte Löschung des Brandes ist nicht möglich.
Die Gefahr für einen Waldbrand durch fliegende brennende Teile und Funkenflug ist enorm groß.
Vom TÜV Nord wurde bei einem Rotordurchmesser von 77 m (Turmhöhe 80 m) eine Flugweite von 600 m berechnet. Der Rotordurchmesser heutiger Anlagen beträgt weit über 150 m, entsprechend erhöht sich die Flugweite für brennende Rotorteile.
- Die versicherungstechnischen Folgen bereiten Windparkbetreibern zunehmend Sorgen, da sich Brandvorfälle in den Datenbanken der Branche häufen. Versicherungsunternehmen haben begonnen, strengere Anforderungen an Brandschutzsysteme und Wartungsprotokolle zu stellen, und einige Versicherer verweigern sogar den Versicherungsschutz für Turbinen ohne ausreichende Brandbekämpfungseinrichtungen. ->Link
