Windkraft kontra Naturschutz
| Mäusebussard | Rotmilan | Seeadler |
|---|---|---|
| Rohrweihe | Kranich | Fischalder |
Nach Anpassung des BNatSchG haben Brutplätze keinen ausreichenden Schutz mehr und kaum Auswirkungen auf den forcierten Windkraftausbau.
🛑 Naturschutz und Gesetzliche Vorgaben
- Fast 500 Windkraftanlagen stehen in DE innerhalb von Schutzgebietsgrenzen.
- 60 % aller Vogelschutzgebiete liegen in einem rechtlich relevanten Prüfbereich für Windkraftprojekte.
- EU-Vorgabe: 30 % der Landes- und Meeresflächen sollen unter Schutz stehen.
- Deutschland: bisher nur 16 % Landfläche und 43 % Meeresfläche.(2024)
- EuGH-Urteil: Das Tötungsverbot gilt für alle Arten, nicht nur für gefährdete Populationen – der Populationsschutz allein reicht nicht aus.
🦅 Vogelschäden durch Windkraftanlagen
Allgemeine Auswirkungen
- Zahlreiche Studien belegen: Windkraftanlagen führen zu einer signifikanten Abnahme von Vogelpopulationen.
- In Gebieten mit Windrädern: Spechte halbieren sich, Greifvögel um bis zu 70 % reduziert.
- Zugvögel und Seevögel stark betroffen, auch durch Offshore-Windparks (z. B. Seetaucher vollständig verdrängt).
- Rotmilan besonders betroffen:
- Todesursache „Windkraft“ liegt bei 32,9 %, seit 2008 bei 39,7 %.
- Sachsen-Anhalt: 45,6 % der Totfunde bei Rotmilanen.
- Bestandsrückgang in der norddeutschen Tiefebene
- In Deutschland lebt ca. 60 % der Weltpopulation → besondere Schutzverantwortung.
- Studien und Dokus zeigen: Tiere meiden Windräder, meiden Horstbereiche, Flugumleitungen bis zu 9 km.
- Mäusebussard: Jährlicher Rückgang um 7 % – Bestandsgefährdung.
- Waldschnepfe: Balzaktivitäten gingen um 88 % zurück nach Bau von Windrädern.
- Adlerarten betroffen:
- Windpark tötete mind. 150 Adler – Millionenstrafe.
- Smøla-Windpark (Norwegen): jährlich mindestens ein toter Seeadler.
- Seeadler regelmäßig unter den Opfern.
- Schwarzstorch: mehrfach dokumentierte Kollisionen.
Studien & Daten
- PROGRESS-Studie: Schon bei Flughöhen von 50 m besteht tödliche Gefahr für Weihen.
- Studie: Im Durchschnitt 20,7 tote Vögel pro WKA und Jahr.
- Schlagopferstatistik Vögel ->Link Fledermäuse ->Link
- Deutschland ist Hotspot für Vogelkollisionen in Europa.
- Jeder dritte Greifvogel weltweit bedroht – Lebensraumverlust als Hauptgrund.
🦇 Fledermäuse und andere Tiere
- Vertreibung von Fledermäusen in WKA-Gebieten dokumentiert.
- Schweinswale und Seehunde: negativ durch Offshore-Windkraft beeinflusst (z. B. Projekt MINOS).
- Regenwürmer weniger in Böden nahe Windkraftanlagen – vermutet durch Vibrationen.
🐝 Insektensterben & Elektrosmog
- 1.200 Tonnen Insekten sterben jährlich an deutschen Windkraftanlagen.
- Mobilfunkstrahlung und Elektrosmog könnten Insekten- und Vogelverhalten beeinträchtigen.
- z. B. Rotkehlchen reagiert auf Elektrosmog.
- Windräder können durch Turbulenzen und elektrostatische Effekte das Ökosystem stören.
🛰 Monitoring, Forschung und internationale Reaktionen
- Niederlande schalten Offshore-WKA abends während Vogelzugphasen ab.
- Flugaufzeichnungen belegen großräumige Vermeidung von WKA durch Rotmilane.
- Zugvogelerfassungen zeigen Kollisionen sind schwer nachweisbar, aber wahrscheinlich.
- Vogelverhalten an Windfeldern verändert – Vermeidungsverhalten, Fluchtdistanzen steigen.
⚠️ Gesellschaftliche und politische Aspekte
- Rotmilan-Horste werden zerstört für WKA-Planungen.
- Kritik an Genehmigungsverfahren – Ignoranz gegenüber Artenschutz.
- Kritik am „Klimaschutz um jeden Preis“ – Artensterben wird für Energiewende hingenommen.
- Studien zeigen, dass Todesfälle durch Windkraft das Wachstum ganzer Populationen beeinträchtigen können.
- Doku „Kielings Welt“ verdeutlicht die Auswirkungen auf Rotmilan & Co.
🌍 EU-Strategien & Klimakontext
- EU-Biodiversitätsstrategie 2030 fordert mehr Schutzgebiete & Artenschutz.
- Klimawandel hat geringeren Einfluss auf Brutvögel als z. B. Lebensraumverlust. / Nähe zu anderen Populationen entscheidend für Bestandsentwicklung. / Verfolgung und Bejagung haben stärkeren Einfluss auf Populationsentwicklung als das Klima.
📌 Fazit (Kurz)
- Windkraftanlagen haben nachgewiesene, teils dramatische Auswirkungen auf Vogel- und Tierarten, insbesondere Greifvögel, Zugvögel, Fledermäuse und Insekten.
- Der Ausbau kollidiert massiv mit dem Artenschutz, besonders im Kontext von Schutzgebieten und der EU-Vorgaben.
- Kritik an politischen Kompromissen und Genehmigungen wird laut.
- Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für bedrohte Arten wie den Rotmilan.
- Wissenschaftlich wird gefordert, den Natur- und Artenschutz gleichrangig zum Klimaschutz zu behandeln.
Quellengaben hier -> https://crussow-lebenswert.de/sonstiges.html#Avifauna
konkrete Auswirkungen des reduzierten Artenschutzes
Vergrämung: Der Fischadler-Horst war nach der Errichtung von neuen Windkraftanlagen mit 250m Gesamthöhe in 970 m nicht mehr besetzt.
Schlagopfer eines Mäusebussard. Entfernung zur Windkraftanlage 380 m. Der Mäusebussard weist mit Abstand die höchsten Schlagopfer auf, gehört ab nach BNatSchG §45b nicht zur Liste kollisionsgefährdeter Brutvogelarten mit definierten Schutzabständen.
Windfeld genehmigt in zu geringen Abständen unter 1.000 m zum Schlaf- und Rastplatz von Graugänsen und Kranichen
Laut BNatSchG (2026) sind Rohrweihen nicht kollsionsgefährdet, wenn Rotoren 50m über Grund liegen ->Link . Falsch! Die Auswertungen der Vogelschutzwarte Brandenburg zeigen Schlagopfer auch in oberen Bereichen über 50 m!
Windfeld mit 6 Anlagen im Nahbereich mehrerer Rohrweihe Brutplätze. Abstand Fundament zum Schilfgürtel 40-120 m. Rotoren ragen mit Rotorlänge von 75 m in den Schilfbereich.
Kraniche gehören eher zu den seltenen Schlagopfern, aber auf Ihren Zugrouten trifft es auch diese Art.







